Perspektiven

Stehen für alles. Fallen für nichts.

Andere wieder lassen sich paradoxerweise für die Ideen oder Illusionen umbringen, die ihnen einen Grund zum Leben bedeuten (was man einen Grund zum Leben nennt, ist gleichzeitig ein ausgezeichneter Grund zum Sterben).                                                                                                                                                                                                                    aus Albert Camus, Der Mythos des Sisyphos
 
 
Verflüssigung

Wir würden zu Spielern und Driftern, deren Ziel es sei, möglichst viele Optionen offen zu halten. Nicht festlegen. Keine Dauer. Keine Bindung. Kontextübergreifende, langfristige Lebensziele gebe es nur noch selten, analysiert Hartmut Rosa. Somit verliere die Biographie ihre Richtung und das Individuum jegliche tatsächliche Entwicklungsperspektive. Darüber hinaus sei es nicht verwunderlich, dass gegenüber Zielen auf längere Zeit beispielsweise heutige Bedürfnisbefriedigung bevorzugt werde – die Zukunft ist ungewisser denn je.

Um den Flexibilitäts- und Beschleunigungserfordernissen der hypermodernen Welt gerecht zu werden, könnten wir nicht um eine ausgeprägte Gleichgültigkeit gegenüber Inhalten umhin. Stabilität wurzelt nicht mehr auf substantieller Identifikation. Sie entspringt nicht mehr dem Fraglichwerden, sondern wird selbst fraglich. Wer Du bist ist abhängig davon, wo Du bist.

Bisherige Identitätsmuster werden durch soziale Beschleunigungsprozesse untergraben. So sieht sich die eine nicht als Studentin, sondern studiert gerade. Ein weiterer ist nicht Investmentbanker, sondern momentan im Investmentbanking tätig. Man ist nicht liberal, sondern wählt derzeit die FDP. Das macht es einfach. Und sinnlos zugleich. Spannend wird es dann, wenn das Subjekt gezwungen ist, Relevanzen und Prioritäten zu bestimmen, und wo sich aus solcher Pluralität konfligierende Handlungsanforderungen ergeben – durch heutige Identitäten kaum möglich. Daher werden Passivität und situative Entscheidungsfindung zu den bestimmenden Parametern unserer Charakter.

Sein wollen

Wie wollen wir leben? Wer wollen wir sein? Das wissen wir oft selbst nicht. Die Auslöschung alternativer Möglichkeiten täte zu weh. Das ist besonders gut erkennbar bei der Berufswahl, aber auch in Anbetracht von Partnerschaften.

Und in der Politik. Doch bezüglich einer – auch von mir gepriesenen – Argumentation ermöglichen die soeben beschriebenen Veränderungsprozesse Entwarnung: Krieg. Nicht einmal dazu sind wir noch zu gebrauchen. Die EU ist heute nicht mehr deshalb besonders schützenswert, weil sie den Frieden in Europa garantiert. Solch eine Gefahr besteht schlicht nur noch sehr begrenzt. Sie ist grundsätzlich deshalb hinfällig, da niemand seine Komfortzone verlassen würde.

Was ich mir wünsche? Sich-Festlegende, Den-Mut-Nie-Verlierende. Ich wünsche mir Menschen, die sang- und klanglos scheitern, dann aufstehen und wiederholt sang- und klanglos scheitern. Individuen, die der Konformität Grenzen setzen, wütend toben und ausrasten, unfreundlich sind – und kompromisslos. Die für ihre Überzeugungen mehr als alles geben, dafür Verachtung erfahren, trotzdem weiter machen und bereit sind, für sie zu fallen. Ich wünsche mir Menschen, die einen Grund zum Leben finden – und zum Sterben. Hingabe.

Wir bedürfen dieser Gründe. Sie gibt es allemal. Bloß zulassen müssen wir sie.

Fundamentale Fragestellungen. Ein Wunsch.

Beim Besuch der Internetseite von Martin Schulz fällt das Wenigsagende seiner Ziele auf. Als Präsident der EU-Kommission träte er für ein unter anderem Vielfalt respektierendes, wirtschaftlich dynamisches sowie ein Europa, das mehr Demokratie wagt, ein. Glückwunsch. Kein Zweifel, Schulz ist herausragender Politiker, großartig in Art und Ausdruck. Doch reicht das? Perspektivisch – und das versuchte ich bereits vielfach zu zeigen – vollziehen sich derzeit entscheidende Veränderungsprozesse. Um zukunftsfähig zu werden, und das ist der essentielle Aspekt einer Vision, bedarf es des Muts als auch der Kompetenz, sich den fundamentalen, zumeist nur selten infrage gestellten Themen zu widmen. Haben Sie Mut, ist mein Wunsch. Stellen Sie fundamentale Fragen!

Ein Ausflug: das verzinste Geldsystem

Ein nachhaltiges Gesamtsystem wird zunehmend als Ziel politischer Entscheidungsprozesse gesehen. Nachhaltig bedeutet zukunftsfähig, denn Zukunftsfähiges ist letztlich lediglich Nachhaltiges. Parallel zur Auseinandersetzung mit Möglichkeiten zu umfänglicher Nachhaltigkeit wird zügig klar, dass nicht das motorisierte Vehikel, nicht die seit Jahren gelebte Mülltrennung die entscheidenden Stellschrauben darstellen. Die Erkenntnis ist so plausibel, gravierend und verdunkelnd zugleich: Es sind die in unsere Gesellschaft eingewobenen, sich in der tieferen Struktur befindenden Prinzipien, denen es sich zu widmen gilt. Das Zinsprinzip ist eines von ihnen. Zukunftsfähigkeitsverhindernd? Vermutlich wohl:

Hartmut Rosa führt diesbezüglich aus, dass die Umstellung des Wirtschaftens auf die Kapitalverwertungslogik bzw. die Mehrwertproduktion … eine Dynamik in Gang gesetzt hat, welche alle Schranken einer bedarfsdeckenden Wirtschaftsform überwindet. Die Maximen kapitalistischen Handelns seien unter anderem (neben dem Erreichen von Zeitvorsprüngen sowie Arbeitszeit als wichtigstem Produktionsfaktor) durch das Zinsprinzip geprägt, welches auf einer beschleunigten Wiedergewinnung eingesetzten Kapitals beruhe. Die Kapitalverwertungslogik steht folglich in entscheidender Beziehung zum Zinssystem. Zum einen, weil aus eingesetzten Geldern zwingend mehr Geld werden muss und zum anderen das Prinzip je schneller, desto besser gilt, denn je zügiger man dem Kredit nachkommen kann, desto geringer die Kosten beziehungsweise geleisteten Zinsen für diesen. Daraus resultieren ein direkter sowie ein indirekter Zwang zum Wirschaftswachstum. Der direkte Wachstumszwang rührt von der Notwendigkeit einer Rückzahlung mitsamt Zinsen her, der indirekte, nicht unbedingt notwendige (aber die Kreditaufnahme erst sinnvoll werden lassende) Wachstumszwang von dem Ziel, nach dem Kreditgeschäft mehr zu haben als vorher.

Bereits Max Weber warf die Frage auf, warum die Unternehmer durchschnittlich dauernd hoffen dürfen … dass der Eintausch von gegenwärtigen 100 gegen künftige 100 + x rational ist. Der Austausch ist heute nur dann rational, wenn die Vertragspartner in Zukunft ausgehend des eingesetzten Kapitals ein Wachstum y (und damit ebenso eine Beschleunigung) erwarten können, das größer ist als x.

Es bleibt festzuhalten: Beschleunigung und Wirtschaftswachstum – sowie deren Folgen – sind derzeit unausweichliche Bestandteile unsere Gesellschaft. Sind sie nachhaltig?

Solche Fragen

Die aus unserem Wohlstand resultierende Verantwortung lässt uns keine Wahl: Den grundlegenden Fragestellungen muss Beachtung beigemessen werden. Doch wer beschäftigt sich beispielsweise mit den Folgen des verzinsten Geldsystems? Nahezu niemand. Doch es wird Zeit. Die Liste ist lang. Und dafür bedarf es fähiger Politiker wie Schulz, die den Mut aufbringen können, sich auch solchen Themen zu widmen. Es sind die Spannendsten. Ob sich damit eine Wahl gewinnen ließe?

Mit Sicherheit nicht.

ZUfo ’14

Vom 31. Mai bis zum 1. Juni findet an der Zeppelin Universität eine studentische Konferenz für interdisziplinäre Forschung – die ZUfo ’14 – statt. Auf interessierte Besucher warten Vorträge, Workshops und Rahmenprogramm zum Thema Speicher. Und auch ich werde mich an einem kleinen Beitrag zum Zinsprinzip – dessen Ursprung, Implikationen und Alternative – versuchen: Der Zins als Speicherprämie? Eine Analyse der Zukunftsfähigkeit unseres Geldsystems.

Die Zeit der modernen Politik ist abgelaufen. Weshalb wir trotzdem wählen gehen sollten.

Politik unter dem Einfluss der Akzeleration

Die Implikationen gesellschaftlicher Veränderungsprozesse auf die Politik – insbesondere die der sozialen Beschleunigung – seien enorm, behauptet Hartmut Rosa. Denn ob Politik gelinge hänge davon ab, wie zeitkonform gesellschaftliche Anliegen gebündelt sowie kommuniziert, in politische Entwürfe übersetzt und diese letztlich in den Entscheidungs- und Implementierungsvorgang übertragen würden. Dafür müsse ein diesen Anforderungen entsprechender, sich gleichzeitig stabil als auch flexibel verhaltender Regelungsrahmen exisitieren – partizipative Willensbildung sei nur unter ganz speziellen gesellschaftlichen Gegebenheiten möglich. Diese allerdings lägen nicht mehr vor, denn zum einen seien die Zeitschemata westlicher Demokratien nicht mehr mit den gesellschaftlichen Prozessen kongruent und zum anderen in der Zukunft Liegendes nicht mehr umfänglich erfass-, einschätz- sowie darüber hinaus lenkbar. Im Zusammenhang der modernen Geschichtserfahrung werde der Politik ein Gestaltungsauftrag zuteil, dem sie heute eindeutig nicht mehr nachkommen könne, da die Eigenzeit des Politischen weitgehend beschleunigungsresistent bzw. -unfähig ist. Festzuhalten: Die soziale Beschleunigung wirkt mit enormen Konsequenzen auf den Regelungsrahmen ein!

Spannungsfeld zwischen Politik und Wirtschaft

Als Beispiel lasse sich der Konfliktraum zwischen Politik und Wirtschaft nennen. Die Zeitmuster der Politik einerseits sowie der Wirtschaft andererseits unterlägen nach Rosa einer Desynchronisation. Diese führe dazu, dass die Politik letztlich gezwungen sei, sich nach den Prämissen der Wirtschaft zu richten und somit nicht mehr aktiv gestalte, sondern ledigleich reagiere. Darüber hinaus fände eine Verlagerung der Entscheidungsprozesse statt, die beispielsweise darin bestünde, dass seitens der Politik auf die Selbst-Regulierungsfähigkeit der Wirtschaft gesetzt würde.

Zwei Alternativen und eine Warnung

Um weiter beziehungsweise wieder zum Beispiel wirtschaftliche Prosse beeinflussen und lenken zu können, habe die Politik zwei Alternativen: entweder sie gleiche sich der Geschwindigkeit in diesem Gebiet an oder sie interveniere in Form einer verordneten Verlangsamung. Komplexität erhöhend komme hinzu, dass die Reichweite politischer Entscheidungen in dem Maße steigt, wie die Zeitressourcen, sie zu treffen, schwinden. Die derzeitgen, existentiellen Veränderungsprozesse bedürfen allerdings bestmöglicher Entscheidungen.

Wie könnte die moderne Politik nun erfolgreich aus der seitens Rosa beschriebenen Krise gelangen? Diese Frage ist essentiell und wird wohl unsere Zukunft entscheidend prägen – betrachten wir die Herausforderungen, vor denen wir stehen. Doch bevor sich der Frage auf diesem Blog ausgiebig gewidmet werden wird, ein Appell meinerseits, der eine weitere, sich anbahnende, existentielle Krise vermeiden kann: Auch wenn die moderne Politik in ihrer derzeitigen Form nur bedingt zukunftsfähig ist, gilt es bei der Europawahl Ende Mai nicht in Politikverdrossenheit zu versinken. Wir müssen das Aufstreben von Marine Le Pen & Co. verhindern. Allein dafür lohnt es sich zur Wahl zu gehen. Es gilt sich dessen entgegenzustellen, was Slavoj Žižek prognostiziert:

Ein neues Zeitalter zieht herauf, in dem ethnische und religiöse Leidenschaften explodieren und die Werte der Aufklärung verblassen. Im Dunkeln lauerten diese Leidenschaften schon lange; neu ist die Schamlosigkeit, mit der sie zur Schau getragen werden. Man kann diesen Prozess als einen des Rückgängigmachens beschreiben. … Obwohl die Gesellschaft ihren Prinzipien offiziell nach wie vor huldigt, werden sie schrittweise ihrer Substanz beraubt.

Plädoyer für südeuropäische Arbeitsmoral. Ein Anstoß.

Ihr alle, denen die wilde Arbeit lieb ist und das Schnelle, Neue, Fremde, – ihr ertragt euch schlecht, euer Fleiß ist Flucht und Wille, sich selber zu vergessen.
Aber ihr habt zum Warten nicht Inhalt genug in euch – und selbst zur Faulheit nicht!
                                                                                                aus Friedrich Nietzsche, Also sprach Zarathustra
 
Keynes Prognose

John Maynard Keynes verkündete vor über 80 Jahren in seinem knappen Werk Wirtschaftliche Möglichkeiten für unsere Enkelkinder, dass um das Jahr 2030 die durchschnittliche, tägliche Arbeitszeit der modernsten Länder drei Stunden nicht überschreiben werde. Weiter notierte er:

Wir werden die Zwecke wieder höher werten als die Mittel und werden das Gute dem Nützlichen vorziehen. Wir werden wieder diejenigen ehren, die uns lehren wie wir die Stunde und den Tag tugendhaft und gut vorbeiziehen lassen können, jene herrlichen Menschen, die fähig sind, sich unmittelbar an den Dingen zu erfreuen.

Betrachten wir heute was Keynes für die sich zum Überfluss hin entwickelnden Gesellschaften prognostizierte, müssen wir feststellen: Von Keynes Prognose ist nicht viel geblieben – besonders die deutsche Arbeitsmoral ist heute wie damals ungebremst.

Das gute Leben und die Barbarei

Die Frage nach dem guten Leben hängt eng damit zusammen, wie die Menschen mit der ihr zu Verfügung stehenden Zeit umgehen und umgehen wollen. Gerade die Deutschen lassen diesbezüglich keinen Zweifel aufkommen. Das Primat der Arbeit sowie der Tätigkeit ist überaus verbreitet. Steht nun ein solches zum zufriedenheitsstiftenden, guten Leben im Widerspruch? Sehr wohl, denn ohne Muße gelangt Erfüllung in weite Ferne. Dieser Meinung ist auch Byung-Chul Han, der behauptet, dass es sogar um mehr gehe, nämlich den Fortbestand unserer Gesellschaft. Auf die Demokratisierung der Arbeit müsse eine Demokratisierung der Beschaulichkeit folgen. Die vita activa sei nicht mehr zukunftsfähig. Und da stimmt er durch seine Analyse sogar mit Nietzsche überein, der schon damals erkannte, dass unsere Zivilisation in eine neue Barbarei ausläuft. Zu keiner Zeit haben die Tätigen, das heißt die Ruhelosen, mehr gegolten.

Halt durch Arbeit

Die Gründe für die deutsche Arbeitsmoral sind vielfältig. Einerseits ergibt sich ein ausgeprägter Zwang zum Arbeiten bereits schlichtweg aus dem Prinzip der Marktwirtschaft. Denn wer sich auf den Lorbeeren seines Erfolgs ausruht und nicht kreativ, innovativ und führend bleibt, wird schnell kaum wieder aufholbare Einbußen zu ertragen haben. Zeitvorsprünge würden zu Gewinn, Zeit zu einer monetären Größe und Prozessbeschleunigung zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil, bemerkt Hartmut Rosa.

Max Weber sieht im Zusammenspiel zwischen Protestantismus und Kapitalismus die Ursache für die hohe Arbeitsmoral begründet. Kapitalismus ist für ihn geleitet durch den Wandel von Erwerben als Mittel zum Zweck der Befriedigung der materiellen Lebensbedürfnisse hin zum Erweben als Zweck des Lebens selbst. Darüber hinaus sieht Weber einen weiteren Grund: Geldverdienen als Spiel. Er habe das Gefühl, dass sich Erwerbsstreben geradezu den Charakter des Sports aufpräge.

Ergänzend dazu spielen wohl weitere Faktoren eine entscheidende Rolle. So ist das Opportunitätskostenkonzept zu nennen, die inhärente Knappheit bestimmer Güter und, dass sich eine zunehmend wachsende Gruppe eine Reduktion Ihrer Arbeitszeit beziehungsweise eine Reduktion ihrer Arbeitsmoral einfach nicht mehr leisten kann. Auch Erfüllung durch Arbeit im Sinne John Kenneth Galbraiths New Class ist nicht zu vernachlässigen.

In Deutschland kommt wohl alles zusammen. Konstitution und Definition erfolgt durch Arbeit, nicht durch ein gutes Leben. Und Nietzsche hat Recht, mehr Inhalt als zur Arbeit findet man kaum.

Die Erkenntnis

Wir lernen, es wäre unsinnig, von anderen Nationen eine vergleichbare Arbeitsmoral zu fordern. Das deutsche Tun ist nicht sonderlich respektabel. Nun lässt sich der Spieß aber auch umdrehen. Der gleiche materielle Wohlstand kann ebensowenig auf anderer Seite erwartet werden. Aber das sollte kein Problem darstellen, denn großartige Konzepte diesbezüglich gibt es ausreichend. Zufriedenheitsstiftend ist nämlich gerade die Befreiung von dem durch ungeheuren materiellen Wohlstand hervorgerufenen Überfluss, wie Niko Paech vorschlägt. Eine Reduktion ist für Paech kein Verzicht, sondern Gewinn.

Weniger Erwerbsarbeit = geringerer materieller Wohlstand = mehr Zeit für die entscheidenden Dinge im Leben (nebenbei auch, um Konsum endlich einmal zu nutzen) = nachhaltig und zukunftsfähig = höheres Wohlbefinden = «Glück».

Von der beidseitigen Utopie zur wechselseitigen Realität

Die klassische Idee der Identität verwerfen: Unser Selbstverständnis muss darüber definiert sein, was wir transkulturell an Gemeinsamkeiten haben. Wie könnte das möglich werden? Durch Erkennen des Fremden in uns.

Über die Erfordernis von Entgrenzung zur Lösung hypermoderner Probleme und Konstitution durch einen neuen Typus der Identität:

Lesen Sie selbst.

Die Faszination des Anfangs

…Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft zu leben.
                                                              aus Hermann Hesse, Stufen
 

Es ist wohl soweit. Nun spüre ich ihn, den Zauber. Die Wirrungen des Aufbaus als auch der gedanklichen Konzeption sind zwar noch präsent, doch überwiegt mittlerweile der Druck in Kombination mit der Faszination endlich anzufangen.

Den Startschuss macht eine  wie ich finde ausdrucksgewaltige  sich ständig ergänzende Ausstellung. Charakteren aus allen Winkel der Welt werden ein vollständig leeres, weißes Blatt Papier und ein tiefblauer Kugelschreiber ausgehändigt. Ergänzend dazu erhalten sie zwei Themenaspekte: Grenzen und Europa.

Keinerlei Vorgaben. Keinerlei Richtlinien.

Schlicht Raum.

Jedes Resultat findet in der Ausstellung einen Platz. Eine Auswahl wird vermieden. Von systemtheoretischen Ansätzen über Assoziationen zu nörgendelnden Müttern bis hin zu mathematischen Darstellungen  unwahrscheinlich divergierende Arbeiten.

Sehen Sie selbst.

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